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Geers Jürgen Geers Jürgen schrieb am 14. November 2022
Die vergnügliche Aufführung von Nestroys „Lumpazivagabundus“ machte deutlich, wie professionell sogenanntes „Laientheater“ manchmal sein kann. Die überaus phantasievolle und mit viel Liebe zum Detail ausgestattete Inszenierung von Lisa Hanöffner ließ hausbackene Konventionen weit hinter sich, und die Art, wie sie das einfache, aber funktionale Bühnenbild geschickt bespielte, mit wenigen Mitteln zu immer neuen Spielorten ohne Umbaupausen auf offener Bühne umwandelte, ließ die Aufführung zu einem turbulenten Spektakel werden. Die Regisseurin scheute auch grelle komödiantische Effekte nicht („einen Lacher soll man nie verachten“), aber es gelang ihr, einen Spiel-Rhythmus zu finden, der sich immer wieder zu stillen Szenen verlangsamte, den sozialkritischen Ernst mancher Passagen fühlbar machte und das Publikum auch die Melancholie Nestroys, z.B. in den Couplets, spüren ließ. Die mit beachtlichem Naturtalent gesegneten Laien-Darsteller waren mit ihrer Spielfreude und Reaktionsschnelligkeit Nestroys Wortwitz immer gewachsen. Der Schauspieler Nestroy hätte seine Freude daran gehabt. Hervorzuheben sind auch die Kostüme von Angelika Kellendorfer, die – sehr geschmackvoll stilisiert und den jeweiligen Rollentypus fein charakterisierend, ganz wesentlich dazu beitrugen dass die Schauspieler in ihr Kostüm wie in die Rolle hineinwachsen konnten, ohne zur Klamotte zu werden. So entstand eine in sich völlig stimmige und von Werner Horak zauberpossenhaft erleuchtete Inszenierung. Dem Team der Tittmoninger Heimatbühne ist es zu danken, dass sie ein Volkstheater ermöglicht, das – wie Brecht sagt – nicht „tümlich“ ist.
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